Der Rote Punkt.

Am heutigen Aschermittwoch liegt alles närrische Treiben der Karnevals-Session 2009/2010 schon wieder in der Vergangenheit – aber anders als man beim Thema „Der Rote Punkt“ glauben könnte dass es sich um die Narrenkappe bzw. Clowns-Nase drehen würde, sprechen wir hier bei Fünfkommasechs von etwas Seriöserem.

Der Rote Punkt ist nämlich ausgestorben – es gibt ihn nicht mehr – und deshalb hat er etwas Aufmerksamkeit verdient!

Wer jetzt immer noch nicht weiss worum es sich hierbei – im Kontext des W126 – handeln könnte, dem sei hier die Auflösung gegönnt:

Es handelt sich um den kleinen Roten Punkt an jedem Schlüssel des Fahrzeugs – sofern dieses ab Werk mit einer Einbruch-Diebstahl-Warnanlage (EDW) ausgestattet worden ist.

Zum Einen soll durch diesen Punkt die „Ertastbarkeit“ in der Hosentasche des Eigners erleichtert werden und zum Anderen die „Gefahr“ die von diesem Schlüssel ausgeht prägnant und mahnend symbolisiert werden. Schließlich kann mittels dieses Schlüssels – der sich wirklich nur durch seinen roten Punkt von anderen Schlüsseln jener Zeit unterscheidet – die Alarmanlage des W126 ausser Betrieb gesetzt werden.

Zur Übergabe des Fahrzeugs gab es folgende Schlüssel-Ausstattung:

  • 2 Hauptschlüssel mit eckigem Griff
  • 1 Nebenschlüssel mit abgerundetem Griff (auch als Werkstattschlüssel bezeichnet – siehe Innovationen)
  • 1 Flachschlüssel der dem Hauptschlüssel gleicht, jedoch keinen Griff besitzt

Der Verfasser dieser Zeilen findet den Roten Punkt jedenfalls so schön, dass er der Meinung ist ihm hier eine kleine Ehre zu erweisen.
Wenn man heute mit seiner Mercedes Datenkarte zum Händler seines Vertrauens geht und einen neuen Schlüssel bestellen möchte, dann ist dies natürlich weiterhin problemlos möglich (wenn nicht jemand zuvor schon einmal die Schließanlage ausgetauscht und dies nicht dokumentiert hat), jedoch kommt dann dieser neue Schlüssel ohne den kleinen, aber feinen Roten Punkt.

Was soll man nun machen? Es einfach hinnehmen dass Daimler (bzw. deren Zulieferer die Firma Huf) nicht mehr in der Lage sind den passenden Schlüssel zu liefern?
Nun mit etwas Geschick lässt sich der Rote Punkt aus dem alten Schlüssel heraus operieren und im neuen Schlüssel weiter nutzen. Der Rote Punkt besteht aus zwei identischen Hälften die sich in einem Loch (das auch der neue Schlüssel versteckt in sich trägt) gegenseitig sichern.

Einfach Maß nehmen am alten Schlüssel und dann analog im neuen Schlüssel ein Loch ausarbeiten – aber vorsichtig, denn was weg ist, ist weg!
Danach kann man beide Hälften des Roten Punkts weiter einstecken und sie sichern sich gegenseitig – natürlich kann man auch einen Tropfen Klebstoff benutzen, nur sind die beiden Hälften dann wirklich untrennbar.

Ein neuer Schlüssel sieht nicht nur wieder aus wie am ersten Tag des W126, nein er hat auch noch andere Vorzüge – zum einen verschleißt er die Schließanlage weniger und passt auch wieder optimal und ohne Spiel in alle Schließzylinder.

Also – rettet ihn, den Roten Punkt!

Fotos: ©fuenfkommasechs.de

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