Saisonstart 2014: mit dem Bollerwagen nach Bremen auf die Classic Motorshow

Während Ihr Euch am Samstag vor einer Woche wieder bis mittags im Bett gelümmelt habt (gebt’s doch einfach zu!), sind die beiden schlaflosen Reporter von fünfkommasechs mit dem 5,5-Liter-Bollerwagen hoch an die Weser gereist, um schadenfroh berichten zu können, was Ihr auf der Bremen Classic Motorshow mal wieder alles verpaßt habt.

Der Bollerwagen alias Rotkäppchen hatte endlich seinen Spaß im Schnee – zumindest ein bißchen. Ohne 4MATIC wären wir kaum durch die Schneemassen in Bremen gekommen ;-)

“Die größte Oldtimermesse Nordeuropas”, wie sie der Veranstalter ganz unhanseatisch in die Superlative hebt, ist für uns der erste Pflichttermin des Jahres geworden. Das dachten sich auch 45.184 andere Verrückte an den drei Messetagen in Bremen – laut Statistik ein Besucherplus von immerhin 10% gegenüber dem Vorjahr und ein klares Symptom dafür, dass die Altmetallsucht immer drastischer um sich greift, denn die anderen Messen haben ja ebenfalls Besucherzuwächse.

Stärkerer Besucherandrang als noch im letzten Jahr und ein sehr bunt gemischtes Publikum, jedoch kaum “Camp David Hemden” wie sonst üblich

Ein kleines Malheur auf dem Boden – kein Wunder bei dieser Kälte

Der üble Trick der BMC: man kriegt automatisch Gänsehaut, wenn man über die Fahrzeugbörse schlendert. Das liegt zum überwiegenden Teil aber nicht an den feilgebotenen Oldtimern, sondern vor allem am gehörigen Windchill auf den zugigen Parkdecks. Wer sich da nicht ordentlich einpackt, fängt sich schnell eine Blasenentzündung ein, so wie dieser 170V rechts. Und bevor ihr sonstwas denkt: das ist natürlich nur Motorenöl – der Herr daneben war unserer Beobachtung nach noch dicht.

Das Parkhaus war in diesem Jahr unser erster Programmpunkt, nachdem wir im letzten Jahr aus zeitlichen wie thermischen Gründen eher wenig davon mitnehmen konnten.

Doch so ein Rundgang im dicken Wintermantel lohnt, allein der bunten Mischung halber. Dieter Pfaffs Fernsehdienstwagen aus “Der Dicke” oder das verwandte Modell eines Bremer Politikers kontrastieren den mimosengelben 116er oder den weißen Elefanten der Gattung C140 mit Zwölfzylinder im Bug. Auch kuriose Bastelware und Modelle zum “beste Preis” sind vertreten.

Auf Streifzug über die private Fahrzeugbörse

Den eisigen Wind bitte dazudenken! Wir lassen Bilder sprechen:

Coupés überall – der C126 und auch der C140 sind stark im Kommen

“Der Gegner” – auch er durfte natürlich nicht fehlen!

Seine Majestät Sechspunktneun war ebenfalls angereist


Fotos oben: “Beste Preis” durfte genausowenig fehlen wie mancher Tuningexzess

Zuffenhausen auf angestammtem Parkplatz


Fotos oben: Mimosengelb und nautikblau

Kennzeichenerotik am originalen Fahrzeug eines ehemaligen Bremer Bürgermeisters


Ein ganz besonderer Anblick bot sich dem Herrn Dreikommanull in Gestalt dieses englischroten StrichAcht. In einem optisch identischen Wagen des Typs 240D dreikommanullüberlebte Marcs Vater in jungen Jahren einst einen Unfall mit Überschlag.

Die Vermutung liegt nahe, dass das Unglück von Christiansen senior im Jahre 1976 in einem Fahrzeug des Mitbewerbers nicht so glimpflich abgelaufen wäre, ergo Christiansen junior 1979 wohl kaum das Licht der Welt erblickt hätte. Trotzdem ist auch beim StrichAcht die Fahrgastzelle sichtlich kollabiert.

Ein wenig Glück gehört eben immer auch dazu!

Zwei Oldtimer Baujahr 1976

Und auch für mich gab’s ein passendes Fahrzeug: solch einen Ur-Scirocco wie links im Bild hatte einst ein Nachbar aus meiner Straße, nach meiner Erinnerung sogar genau in dieser Farbe. Nun ist einer von uns beiden im Laufe der letzten 37 Jahre irgendwie kleiner geworden, aber die Vorliebe für ein leuchtendes orange teilen wir noch immer. Leuchthellorange ist schließlich auch die Logofarbe von fünfkommasechs.de!

Natürlich soll das hier keine vorgeholte Rechtfertigung dafür werden, für die nächste Fahrzeuganschaffung gleich nach Wolfsburg zu schielen. Auch wenn VW wahrlich einen tollen Messeauftritt bot.

Der Daimler ist in Bremen hingegen nicht offiziell vertreten, wenngleich die Sternenklassiker durchaus das Bild der Messe prägten. Wenn man sie sehen will, sieht man sie überall. Genau wie der Hundeliebhaber in mir immer auch auf die kleinsten Messebesucher achtet und ihnen stets einen Ehrenplatz in der Fotogalerie einräumt.

Man beachte die Frisur des kleinen Kerls, die eine frappierende Ähnlichkeit mit den Flügelüren des ausgestellten Fahrzeugs im Hintergrund aufweist. Zufall oder ist er einer von uns? Sternenfieber ist wohl speziesübergreifend!

Eine andere skurille Affinität, die insbesondere beim Kollegen Dreikommanull ausgeprägt scheint, ist die Faszination für “Sindelfinger Gold”, wie man es hier rechts im Bild sehen kann, und für “die andere schwäbische Automobilmarke”. Auch ich könnte mich durchaus mit dem Gedanken anfreunden, eines Tages einmal als Drittwagen einen klassischen “Elfer” in der Garage zu haben. Das verrate ich natürlich nur Euch – der Nautikblaue Sternenkreuzer liest ja hier nicht mit.

Marc ist da zumindest stilistisch schon seit Jahren weiter. Er trägt den Porsche längst am Handgelenk, wie dieses Beweisfoto mit Vergleichinstrumenten aus Zuffenhausen zeigt.

Eine Marke, die zwar in meiner Familie durchaus Tradition hat, die aber bislang noch nicht auf meiner Einkaufsliste stand, ist BMW. Als manch ein Oldtimer aus München noch neu oder junger Gebrauchter war, barg er durchaus eine gewisse Faszination, so wie dieser 2002 (Foto unten). Eher aber noch der Fünfer oder Dreier der Achtziger Jahre. Wer weiß, vielleicht wird es doch nochmal ein E30 irgendwann. Aber auf einer ziemlich langen Wunschliste belegt selbst der nur einen unteren Platz.

Akutes Nierenversagen beim bayrischen Klassiker?

Und während Trüffelschwein Christiansen zielstrebig auf jeden Teileonkel zusteuert und per Scannerblick die Filetstücke ortet, bleibt mir als eher technikfernem Fotopathologen der Blick durchs Objektiv auf die vielen unterschiedlichen Typen, denen man an einem solchen Tag begegnet.

Menschen auf Automessen sind selten weniger interessant als die ausgestellten Fahrzeuge

Mancher Besucher (links) ist sich selbst schon Klassiker genug und genießt die Begeisterung der anderen für das, was er selbst noch als Neuwagen kannte und vielleicht noch immer besitzt

Brille garantiert nicht von Fielmann: Charakterköpfe gibt es in Bremen genauso…

…wie autobegeisterte Nachwuchsfotografinnen

Der sagenhafte W123-Neuwagen

Die schönste Attraktion der Messe war aus unserer Sicht dieser W123-Scheunenfund – oder besser: Fabrikhallenfund. Ein Tabakwahrenfabrikant hatte sich 1976 einen der ersten 200er geordert (“Serie 0,5”) und nach Lieferung offenkundig vergessen. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen hat man das nagelneue Fahrzeug in der Fabrikhalle abgestellt, aber leider nicht fachgemäß eingemottet – doch dazu später mehr.

Erst 33 Jahre später wurde das Auto sanft aus seinem Schneewittchenschlaf geweckt und fand seinen Weg schließlich zu “Salon Schnese”bei einem Tachostand von 18 Kilometern!

Die Bergungsarbeiten am unberührten Fabrikhallenfund. Lediglich dick eingestaubt war er!

Authentischer Kilometerstand


Untypisch für ein “Direktionsfahrzeug” ist dessen karge Ausstattung. Nicht einmal “Leder Tabak” hatte sich der Zigarrenhersteller gegönnt, sondern das Kunstleder MB-Tex in der Farbe bambus. Außerdem die kleinste Motorisierung “handgerissen”, also mit Schaltknüppel. Denkbar, dass das Fahrzeug nur als Notlösung zum Einsatz kommen sollte, oder dieser seinerzeit “kleinste Mercedes” noch eben so ins Fiskaljahr 1976 als Betriebsausgabe passte, also nur aus steuerlichen Gründen angeschafft wurde.

Solche Autos wurden angesichts der Lieferzeiten quasi ohne Wertverlust gehandelt – mitunter sogar noch Jahre später gewinnbringend gegenüber dem Auftragswert (knapp 20.000 DM in diesem Falle). War dies das Kalkül hinter der Anschaffung?

Auch der 2. Vorsitzende des StrichAcht-Club, Thomas Guth, ist fasziniert von dieser Zeitmaschine der “Nachfolgebraureihe”

Der Zustand des Wagens ist mit dem Wort “surreal” wohl am besten zu beschreiben und selbst anhand der Bilder nur schwer vermittelbar. Das da hat nichts gemein mit den perfekten Restaurationsobjekten, die man sonst auf solch einer Messe überall antrifft.

Feine Risse entlang der Grate und Falze überall im Blechkleid. Die Ursache könnten Rostunterwanderungen sein. Auslöser war die dicke Schmutzschicht von drei Jahrzehnten Standzeit. Der Wagen hatte zwar einen trockenen Unterstand, war aber der Luftfeuchte ausgesetzt, und die Schmutzablagerungen taten das ihrige.

Ein Neuwagen? Ja und nein! Eben einer, der sich sein ganzes Autoleben lang im Koma befunden hat und noch immer befindet. Der makellose Innenraum riecht leicht modrig. Der Klarlack außen zeigt feine Risse überall entlang der Grate und Falze. Das unberührte Kupplungspedal ist abgesackt. Lenkrad, Schalter und sämtliche Kunststoff-Flächen zeigen nicht die geringsten Abnutzungsspuren – woher auch?

Sie wirken unecht, weil man sie heute in diesem mattierten dunkelgrau nicht kennt. Auch das MB-Tex, das seit Anbeginn von UV-Strahlung und mechanischer Abnutzung verschont geblieben ist, wirkt wie aus einem computergenerierten Werbefilm zur Innenausstattung aktueller Fahrzeug-Modelle. Die Nähte und Ketteln der Sitzmöbel sind makellos, die Polsterpfeifen prall gefüllt und die Sitzwangen beulen- und faltenfrei. Das Scheibenglas rundum ist frei von den unvermeidlichen Mikro-Kratzern. Und die Aufzählung ließe sich endlos fortsetzen.

Mondpreis für ein Mondauto

Angeboten wir dieses Fahrzeug von Salon Schnese für 33.500 Euro. Ein Mondpreis für ein Mondauto, das seinesgeichen sucht. Genau aus diesem Grunde ist das Preisschild gerechtfertigt.

Uns beschäftigt eine andere Frage dabei: wenn man das nötige Kleingeld hätte, was würde man anstellen wollen mit diesem Auto? Fahren oder konservieren? Wir hatten Euch diese Frage auf Facebook gestellt. Hier einige der Antworten:

Fahren geht mit schänden nicht einher! Also fahren!!! Der Tacho ist nach 1.000.000km wieder auf 18!!! (Philipp Narożny )

Interessante Vorstellung, mit diesem Fahrzeug zur “ersten Durchsicht” in die Dialogannahme der Niederlassung zu fahren… (Alexander Braun)

Immer wieder beeindruckend ist die Materialanmutung, wenn so ein Fahrzeug gar nicht genutzt wurde. Daher müssen/sollten schon ein paar Wagen als Referenzfahrzeuge bestehen bleiben. (Jörg Maschke)

Der Mercedes ist als Fortbewegungsmittel gebaut worden oder ist es ein Stehmedes…! Schick, aber für 33 Flocken nen gerissenen 200er….! (Jan Eggen)

Und das ist unser Senf dazu: Motorisierung und Ausstattung sind bei so einem Fund ziemlich egal. Das (einzig) besondere an diesem 123er ist dessen Unberührtheit. Wird diese zerstört, ist es in der Tat ein sehr teurer “handgerissener 200er”, dessen Fahrspaß-Potenzial sich ohnehin in Grenzen halten wird. Abgesehen davon dürfte der Motor ohne Überholung sämtlicher “Weichteile” keine hohe Lebenserwartung haben, von der möglicherweise unter den Lackschichten agerosteten Karosserie ganz zu schweigen.

Der hohe Verkaufspreis ist daher so etwas wie eine Schutzgebühr, damit genau das nicht passiert: flottmachen, fahren, abnutzen, restaurieren, zu Tode pflegen. Denn danach ist er so wertlos wie jeder andere gut erhaltene 123er ohne besondere Ausstattungsmerkmale.

Der Wagen sollte unserer Meinung nach in seinem jetzigen Zustand in einer Sammlung landen und – wie Jörg Maschke auf Facebook schrieb – eine Referenz für die Materialanmutung dieser Baureihe bleiben. Eine Aufgabe, die sonst nur die Bandabläufer erfüllen können, und selbst die werden ja leider nicht immer geschont, wie wir wissen.

Der spätere Herr Fünfkommasechs in klein und rot vor dem damals riesigen weißen Zweikommadrei der Familie Schlörb, frisch überführt aus Sindelfingen. Einige Jahre später würde dieser noch von einem silbernen T-Modell abgelöst werden.

Die Optik und Haptik der Materialien hat auch mich grundlegend beeindruckt, obwohl ich selbst als Kind viel Zeit in einem 123er verbringen (und möglicherweise zur Verschmutzung von dessen Rücksitzbank beitragen) durfte.

Die Anmutung des Innenraums ist nicht vergleichbar mit dem, was man heute für einen “perfekten Zustand” hält. Ein Armaturenbrett, das noch nie ein Pflegemittel gesehen hat, weil es schlicht keine Notwendigkeit dafür gegeben hat, ist eben etwas völlig anderes, als es der bestgepflegte oder restaurierte Altmercedes heute sein könnte. Von daher empfiehlt fünfkommasechs, das Auto unbedingt zu konservieren!

Das Impala des S-Klasse-Club e.V.

Ein Motorraum ganz nach unserem Geschmack: voll bestückt, sauber, nicht überrestauriert

Reichlich unkonserviert war das Ausstellungsfahrzeug des S-Klasse-Club im vergangenen Jahr – ein verwohnter statt verwöhnter 126er, und unser Bericht darüber entsprechend voller Häme.

Das nahmen die Damen und Herren wohl zum Anlass und präsentierten in diesem Jahr einen vorbildlich gepflegten 500 SEL mit frischem Lack und einem im angenehmen Maße überholten Motorraum. So muß das!

Hätten wir jetzt noch etwas auszusetzen gehabt, dann wären das höchstens die zu hellen Fuchsfelgen, der Schaltknauf, das Radio, die umgebaute Hutablage nebst Wackeldackel (in der S-Klasse?) und der etwas unaufgeräumte Innenraum mit teils arg beanspruchtem Wurzelholz. Aber nein, das finden wir nicht schlimm, denn man kann und soll einem Fahrzeug ruhig seine 180.000 Kilometer und 28 Jahre ansehen.

Radiotausch und Frühjahrsputz hätten wir uns für’s Foto noch gewünscht ;-)

Daumen hoch für das 500er Impala mit HPF, Coupé-Sitzanlage und Leder brasil! Und danke für das “Wiederholungsspiel” in Sachen Baureihe 126. Das ist nicht selbstverständlich für einen Club, der inzwischen ja von W116 bis jüngst den C215 schon insgesamt sieben S-Klasse-Limousinen- und Coupé-Baureihen vertritt.

Wirtschaftswunder und deutsch-deutsche Fahrschule

Richtig begeistert haben uns zwei “Dioramen” im Maßstab 1:1. Zum einen das Thema der “Wirtschaftswunderjahre” mit einer traumhaften Tankstellenkulisse, die sich auch im Umkreis durch passende Säulenelemente fortsetzte.

Zum anderen gab es diese deutsch-deutsche Fahrschule zu bestaunen. Links mit StrichAcht und rechts mit Wartburg als Ausbildungsfahrzeuge. Man beachte auch die Details bei Requisiten, Fassadenanstrich, Schaufensterauslage bis hin zu den typischen Ampelmännchen Ost und West!

Doch damit nicht genug: im Inneren konnte man einen gesamtdeutschen Führerschein erwerben – freilich nicht ohne die graue Theorie pauken zu müssen oder sich ein wenig realsozialistische Fahrpraxis am “Simulator” antun zu dürfen.

Schlicht alles was das Fahrschülerherz begehrte war da. Funktionsmodelle für Fahrzeugbeleuchtung und Pedalerie samt “gläserner Kupplung”, Lehrmaterialien und zeitgenössische Plakatwerbung. Und ein “echtes” Dokument wurde vom “Prüfer” auf Wunsch ebenfalls ausgestellt.

Wie cool ist das denn bitte?

Chapeau, liebe Bremer – Ossis wie Wessis!

Der “gläserne SL” wird indes immer gläserner

Wie auch zuvor teilen sich die Mercedes-Markenclubs eine Halle und auch mehr oder minder die Standfläche. Der R129-Club brillierte mit einem weiter ausgearbeiteten “gläsernen SL” (hier unser Video vom letzten Jahr), der jetzt auch Einblicke in das Türinnere bietet. Zu Unrecht etwas weniger beachtet wurde dafür der Bandabläufer der Baureihe 129 (Adlerauge Marc “Dreikommanull” Christiansen sei Dank).

Der letzte je gebaute SL der Baureihe 129, natürlich “Made in Bremen”

Die Highlights der Händler

Eine riesengroße Wundertüte mit jeder Menge Exoten bot sich uns – wie immer – bei Garage 11. Wir zeigen hier nur ein einziges Fahrzeug. Mehr in unserer Fotogalerie.

Der “Zimmer Quicksilver” war nach deren eigener Aussage auch das wohl meistfotografierte Fahrzeug der Halle. Nach Durchsicht meiner Speicherkarten kann ich das repräsentativ bestätigen. Ein Kuriosum aus 1987. Die Basis ist ein Pontiac Fiero. Der Quicksilver verfügt über einen 2,8-Liter V6-Mittelmotor mit 140PS. Nur 170 Stück sollen von ihm gebaut worden sein. Das Fahrzeug auf der Messe dürfte das einzige je in Deutschland zugelassene Exemplar sein.

Bei den “Kultmobilen” gab es auch in diesem Jahr wieder einen schönen SEC in seltener Farbkombination zu bestaunen: nelkengrün-metallic mit Leder grün. Wenn jetzt noch die Wischerarme der Scheinwerferreinigungsanlage justiert, die Wischerkappen erneuert und die Haube ordentlich verschlossen wird, dann stünde er wieder da wie am ersten Tag.


Die Coupés überstrahlen in diesem Jahr ohnehin alles, so unser Eindruck von der BMC, die ja immer auch ein Trendbarometer ist. Kein Wunder, denn 2015 wird das Jahr des S-Klasse-Coupés der Baureihe C217, und wenn eine so prominente Ahnenreihe einen neuen Sproß bekommt, dann widmet sich auch der Klassikbereich vorrangig diesem Thema.

Rosier hatte mit einem Coupé der Baureihe W111 voll ins Herz der Besucher getroffen. In unseres jedenfalls ganz sicher. “Solch einen Wagen müßte man sich leisten können!” hörte ich mich denken. Und diesen Gedanken hatten Generationen vor mir angesichts solcher Autos mit Stern. Es ist diese Form, diese Ausstrahlung, die eine Automarke zum Mythos erheben.

Wer in den 1960er Jahren Mercedes-Benz sagte, meinte dieses Auto. Und wer in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts an Mercedes-Benz denkt, wird den C217 vor sich sehen (und nicht den Citan). Am Dienstag zeigen wir Euch, warum!

Kostenloser Shuttleservice von und zur Messe – natürlich mit Stern auf der Langhaube

Der Rest unseres ersten Samstags im Februar 2014 ist schnell erzählt, denn er folgte dem gleichen Ablauf wie im letzten Jahr: Stöbern bei den Autoliteratur-Antiquarianern (Herr Dreikommanull suchte und fand zwei fehlende AMS-Ausgaben), Vorheizen des Fünfkommafünf und Fahrt zum “Knurrhahn” in der Bremer City, Verzehr eines reichhaltigen Fischmenüs und zum Nachtisch der obligatorische Abstecher zum Mercedes-Benz-Werk Bremen.

Die traditionelle Werksheimsuchung nach dem Messebesuch


So bietet sich auch dem Werkschutz in jedem Jahr ein unterhaltsames Spektakel auf den Überwachungsmonitoren: zwei Durchgeknallte von weit her parken ihren Mercedes mitten in der Nacht vor dem Werkstor oder Kundencenter, rangieren für diverse Fotos mehrfach das Auto, schleichen geheimnisvoll um das Gelände und versuchen mit dem Teleobjektiv ein paar Trophäen zu schiessen. In diesem Jahr waren das – wie könnte es anderes sein – diese frischgeschlüpften C-Klasse-Limousinen, die am Rande der Einfahrbahn des Werks geparkt waren.

Ein reichlich übetriebener Aufwand, unbedingt so ein Foto schiessen zu wollen. Denn Herr Dreikommanull würde in ziemlich genau 60 Stunden sowieso hierher zurückkehren und dem ersten offiziellen Serienfahrzeug der Baureihe 205 ausgiebig huldigen dürfen – beim “Job Number One” hier im Werk Bremen, zu dessen Anlass auch der Bandabläufer der Baureihe W201 vor Ort ist.

Riesige Metalltafeln am Kundencenter des Werks Bremen zeigen unter anderem Rudolf Uhlenhaut im W194

Aber mehr noch als in Sotschi zählt bei fünfkommasechs der olympische Gedanke, und so freuen wir uns schon auf die Retro Classics in Stuttgart – auch wenn wir just an diesem Wochenende Mitte März anschließend noch erheblich weiter fahren müssen als nur bis ins Ländle. Dabeisein ist alles – und Ihr dürft gespannt sein!

Und hier geht’s zu unserer Fotogalerie: [KLICK]

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