Die Retro Classics 2014 – Frühlingsbeginn mit den Klassikern

Es gibt Tage, da weiß man absolut nicht was einen erwarten wird, der vergangene Donnerstag war ein solcher Tag.
Fest stand eigentlich nur, das ich mit meinem Gepäck in Köln in den ICE steigen würde um zum Fernbahnhof Frankfurt-Flughafen reisen würde. Dort würde mich später der Kollege fünfkommasechs aufsammeln und gemeinsam mit dem Blauwal würden wir einige Zeit später in Stuttgart bei der diesjährigen Retro Classics einlaufen.

Das Abholen am Flughafen FRA war mehr als standesgemäß und natürlich nahm ich auf dem Kanzlerplatz vorne rechts meinen Platz ein. Genau wie Dr. Helmut Kohl seinerzeit, ebenfalls auf feinem grauen Velours – gediegen und entspannt.

Dieses Mal, so wussten wir bereits bei der Anreise, würden wir leider nicht allzu lange auf der wohl schönsten Oldtimer-Messe des Jahres verweilen können. Diesmal auch erstmals (und sicher nicht zum Letzten mal) bereits am Donnerstag. Hintergrund war die von Freitag auf Samstag in Marseille, Frankreich stattfindende Pressefahrveranstaltung des neuen Baby-Benz.

Aber selbstverständlich ist das hier keine Beschwerde, man hat es sich ja selbst so ausgesucht und trotz aller Strapazen und wohl etlicher verpasster Momente auf der Retro Classics hat sich alles in allem gelohnt! Wie in jedem Jahr.

Gleich zu Beginn der Messe, nachdem man den tollen frisch restaurierten ADAC Tieflader passiert hat, empfing uns ein ganz heißer und brandneuer Stuttgarter und entzückte mit seiner sportlichen Aufmachung.

Gefolgt von einer ganz besonderen Ausstellung im Atrium…

Grau und groß, so macht ein Automobil eben schon immer am meisten Spaß… ;)

Doch wir rennen direkt weiter zur Halle 7 – der Halle mit dem größten Mercedes Anteil überhaupt, schließlich wollen wir den Moment nutzen noch ein paar besondere Momente mit der Kamera einzufangen, Menschenleere und auch besondere Eindrücke die eben nur während des Aufbaus vorherrschen.

Thema bei Mercedes-Benz Classic ist in diesem Jahr “120 Jahre Motorsport” der eben wie das Automobil an sich ebenfalls seinen Ursprung bei Daimler und Benz hat. Da zudem am vergangenen Samstag die Markteinführung des neuen Baby-Benz, in Form der Baureihe 205 als neue C-Klasse, stattgefunden hat, drehte sich am Stand alles um den Sport-Mercedes in seiner Urform und seine würdigen Nachfolger. Seien es DTM-Rennwagen der Baureihen 202, 203 und 204 oder eben deren direkte Serienableger mit dem Zusatz AMG auf dem Heckdeckel.

Wirklich feine Stücke die man da aufgefahren hat…
Deshalb lassen wir auch an dieser Stelle wieder einmal mehr Fotos sprechen als Worte…

Wobei der Stand der Mercedes-Clubszene wie immer in Stuttgart beim VdH zu finden war – die Jungs und Mädels bemühen sich seit etlichen Jahren (mit großem Erfolg) um den ersten Platz bei der Wahl des schönsten & kreativsten Standes der Jury der Messe Stuttgart.

Aber natürlich gab es auch noch andere tolle Mercedes Clubstände…
Hier wären zum Beispiel der Stand des SL R129-Clubs und der G-Klasse Club zu nennen.


Ganz besonders – weil gerade so passend in der Zeit, wir berichteten ja ausführlich zum 30jährigen Jubiläum des Weltrekords der in Nardò eingefahren wurde, historisch, wie auch von der Veranstaltung im vergangenen Jahr – hat uns dann doch der Stand des 190E 2.3-16/2.5-16 Clubs gefallen. Dort gab es neben tollen Sport-Mercedes Exponaten auch den Wagen schlechthin zu sehen: nämlich den original Nikki Lauda Sport-Mercedes mit dem er seinerzeit bei der Eröffnung des neuen Grand-Prix Kurses am Nürburgring teilgenommen hatte. (der zugehörige Senna Wagen stand wenige Schritte davon entfernt bei Mercedes – die beiden letzten von seinerzeit 20 genutzten Fahrzeugen)

Aber es gab auch vieles interessantes von Fremdfabrikats-Clubs und Vereinen zu sehen, das darf und sollte an dieser Stelle nicht zu kurz kommen.

Wie aus dem Nichts kommend standen wir plötzlich vor einer “goldenen Möve”, jedoch nicht jenem Gullwing der Baureihe 198, sondern einer Spezialausführung aus der Hansestadt Hamburg. Wie gemacht für die Reeperbahn der frühen 1980er Jahre… frisch konserviert und vollgepumpt mit Fett.

Man sieht sicher, das die Retro Classics immer eine Reise wert ist, auch wenn sich in diesem Jahr das Mercedes Gebrauchtteilecenter, kurz GTC, nicht auf die Messe verirrt hat. Sehr zum Leidwesen vieler Alt-Mercedes Freunde, uns eingeschlossen. Der Stand war in den vergangenen Jahren immer für das ein oder andere Schnäppchen zu haben.

Heute schon ein Klassiker… egal ob als Roadster oder Coupé, die Baureihe 199 von Mercedes. Der Wagen mit den wohl schönsten (funktionalen) Kühl-Kiemen der Geschichte – die Rede ist hier vom McLaren-Mercedes SLR.

Neben allerhand funkelndem und top-restauriertem Blech gab es hier und dort auch gerne mal einen so genannten Scheunenfund. Wobei dieser oftmals besser als “vergessene” oder abgebrochene Restaurierung mit unsachgemäßer Lagerung bezeichnet werden sollte. Ein echter Scheunenfund stand sicher länger als 5-10 Jahre in einer dreckigen und staubigen Halle. Aber, zugegeben, interessant sieht es definitiv aus.

Dazu gab es noch allerlei andere Kuriositäten wie eine alte Mini-Tankstelle die aber wirklich im Maßstab 1:1 ausgeführt war, oder Coca-Cola Automaten die nach erfolgter Restauration auch 60 oder 70 Jahre nach ihrer Entstehung bestens funktionieren können. Andere Zeiten, andere Sitten…

 

 

Zum Ende unseres kurzen Rundganges mussten wir noch einmal ganz genau hinschauen – da wurde ein uns sehr gut bekannter Fahrzeugtyp doch einfach umbenannt… genauer ein “W129 – SEC 500” wurde angeboten. Erstaunlich wie sehr sich Menschen vertuen können – leider ist die Unart der völligen Falschbenennung der alten Mercedes heute Gang und Gäbe. Da gibt es urplötzlich einen SE300 oder eben einen SEC500 – was dahintersteckt? Wir fragen lieber gar nicht erst nach…

Das war nicht der letzte Besuch auf der Retro Classics, soviel stand schon zu Beginn dieses kleinen Berichts fest.
Wir freuen uns schon auf das kommende Jahr und werden dann mehr Zeit im Gepäck haben.

Im Anschluss an den Besuch ging es zum obligatorischen “Kontroll-Besuch” zum MTC nach Sindelfingen – es genügt dort einfach zwei, drei Runden zu drehen und etwas Zukunftsluft einzuatmen. Ein wahrlich mystischer Ort an dem der Blauwal zu später Stunde noch auf einen W222-Versuchsträger der S-Klasse MOPF für das Jahr 2016 trifft.

Den Abschluss bildet dann noch die Gegenüberstellung der jüngst wieder einmal ausgezeichneten neuen S-Klasse mit der S-Klasse schlechthin, unserer Baureihe 126.
Für uns gab es noch eine Portion lecker Maultäschle in einer urigen Gaststätte im Herzen Sindelfingens und dann verließen wir auch schon wieder das Schwabenland.

Bis bald.

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